Samstag, 19. Mai 2007

Freitag, 18. Mai, Denham



In Australien kann man muss man andere Maßstäbe für Entfernungen anlegen. Dreihundert bis vierhundert Kilometer am Tag mit ein paar Aussichtspunkten dazwischen sind voll und ganz genug für einen Tag. Besonders wenn man durch eine so eintönige Landschaft fährt. Aber dazu später mehr. Bevor es losging, haben wir bei der Touristenattraktion von Kalbarri zugesehen: der Fütterung von Pelikanen. Selbst die kleinen Kinder scheuten sch nicht, den wild lebenden Tieren kleine tote Fische in den großen Schnabel zu werfen.

Wir haben Kalbarri durch den Nationalpark Richtung Osten verlassen. Dort gibt es zwei Aussichtspunkte, die man auch ohne Allrad anfahren konnte. Der Murchison River hat sich hier ungefähr 120 Meter tief in den Sandstein gegraben. Interessanter Weise ist das Wasser des Flusses jetzt leicht salzig, den er wird zum Teil auch aus unterirdischen Salinen gespeist. Es waren zwar zwei schöne Aussichtspunkte, aber so richtig spektakulär war die Aussicht nicht. Hier wie an anderen Aussichtspunkten waren ordentliche Parklätze Informationstafeln, Toiletten.

Die Landschaft ist allerdings recht eintönig. Unterschiedliche hoch bewachsenes Buschland und sonst nichts, so weit das Auge sieht. Erst nach 40 Kilometern, wieder auf dem West Costal Highway, sieht man wieder Weiden und Felder bzw. das, was die Trockenheit davon übrig gelassen hat. Wie einsam diese Gegend ist, merkt man auch daran, dass vielleicht nur alle fünf Minuten ein Auto entgegen kommt. Eins erinnert uns stark an deutsche Autobahnen bzw. Autobahnabfahrten: hier wie zu Hause liegt jede Menge Müll am Straßenrand. Glas- und Plastikflaschen, Bierdosen und anderer Unrat. Unverständlich für den deutschen Mülltrenner und Altglas-Sortierer.

Nach endlosen langweiligen Kilometern geht es schließlich an einer Tankstelle links ab nach Shark Bay. Auf dem Weg liegt Hamelin Pool. Bis in die sechziger Jahre gab es dort eine Telegrafenstation. Heute ist dort ein kleines Museum und direkt daneben ein kleiner Campingplatz. Sonst nichts!!!! Aber hier kann man sehen, wie das Leben auf der Erde überhaupt erst möglich wurde. Vor Milliarden Jahren haben Cyanobakterien damit begonnen, Kolonien zu bilden. Sie ketteten sich aneinander, bildeten korallenstock-ähnliche Gebilde dicht unter der Wasseroberfläche und wuchsen sehr langsam vor sich hin – vielleicht einen Zentimeter in 30 Jahren. Spezialität dieser Bakterien ist es, Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten und abzugeben. Forscher glauben, dass so fast 95 Prozent des Sauerstoffs in unserer Erdatmosphäre entstanden ist. Man glaubte lange, dass diese sauerstoffbildenden Bakterien ausgestorben sind. Aber in Hamelin Pool gibt es sie noch. Sie sind ‚nur’ 3.000 Jahre alt und sehen völlig unspektakulär aus.

Der Stand wird von einer sehr dicken Schicht kleiner Muscheln gebildet. Dort, wo sich diese Muscheln verfestigt haben, wurden früher ganze Blöcke ausgesägt und als Baumaterial für Häuser benutzt, den Holz gibt es in dieser gegen allenfalls zum Feuer machen.

Stop für diese Nacht ist Denham. Hier gibt es fünf Dutzend Häuser, drei Campingplatze und ein paar Fischerboote. Und ein Netzwerk für unser Mobiltelefon.

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